Warum wird Rapsöl in der Tierfütterung eingesetzt?
Pflanzenöle liefern konzentrierte Energie aus Fett und können eine Futterration zugleich um verschiedene Fettsäuren ergänzen. Rapsöl besteht überwiegend aus ungesättigten Fettsäuren. Charakteristisch sind vor allem Ölsäure, Linolsäure (Omega-6) und Alpha-Linolensäure (ALA, Omega-3).
Ob zusätzliches Öl sinnvoll ist, hängt jedoch immer von Tierart, Energiebedarf und Gesamtration ab. Öl sollte deshalb nicht isoliert betrachtet werden, sondern als Bestandteil der gesamten Fütterung.
Wie unterschiedliche Futtermittel und Fettquellen zusammenspielen, behandeln wir ausführlicher in unserem Ratgeber zur Tierernährung.
Rapsöl für Pferde – welche Rolle kann Pflanzenöl in der Ration spielen?
Gerade in der Pferdefütterung kann Pflanzenöl interessant sein, wenn die Energiedichte einer Ration erhöht werden soll. Fett liefert pro Gewichtseinheit deutlich mehr Energie als Kohlenhydrate oder Eiweiß. Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft gibt für Öle beim Pferd zudem eine hohe Verdaulichkeit von etwa 90 % an.
Warum werden Pflanzenöle an Pferde verfüttert?
Durch Öl lässt sich zusätzliche Energie bereitstellen, ohne entsprechend große Mengen stärkereicher Futtermittel einzusetzen. Ob das sinnvoll ist, hängt unter anderem von Körpergewicht, Arbeitsleistung, Körperkondition und der übrigen Fütterung ab.
Bei einem bereits ausreichend mit Energie versorgten Pferd ist zusätzliches Öl nicht automatisch von Vorteil. Entscheidend bleibt die bedarfsgerecht zusammengestellte Gesamtration.
Was zeigen Studien zu Rapsöl bei Pferden?
Direkte Vergleichsstudien machen Rapsöl besonders interessant: In einer kontrollierten Untersuchung wurden Rapsöl, Leinöl und Leindotteröl über 16 Wochen bei 30 Pferden miteinander verglichen.
Die unterschiedlichen Fettsäuremuster der Öle spiegelten sich im Plasma der Pferde wider. Leinöl führte aufgrund seines wesentlich höheren ALA-Gehalts zu höheren ALA-Werten als Rapsöl. Bei Körpergewicht, Body Condition Score sowie den untersuchten hämatologischen und biochemischen Parametern zeigten sich dagegen keine relevanten Unterschiede zwischen den Ölgruppen.
Eine weitere Untersuchung derselben Studienreihe verglich Haut- und Fellparameter. Auch dort wurden zwischen den drei Pflanzenölen bei den untersuchten Parametern keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen festgestellt.
Diese direkten Vergleiche sind für die Fütterung besonders hilfreich, weil sie zeigen, dass Raps-, Lein- und Leindotteröl unterschiedliche Fettsäureprofile besitzen und entsprechend differenziert betrachtet werden sollten.
Welche Fettsäuren liefert Rapsöl für Tiere?
Rapsöl zeichnet sich durch einen hohen Anteil ungesättigter Fettsäuren aus. Mengenmäßig dominiert typischerweise die einfach ungesättigte Ölsäure. Hinzu kommen Linolsäure als Omega-6-Fettsäure und Alpha-Linolensäure als Omega-3-Fettsäure.
Die genauen Anteile können bei Rapssaat als Naturprodukt durch Sorte, Standort, Witterung und Erntejahr schwanken.
Welches Omega-3 enthält Rapsöl?
Die Omega-3-Fettsäure des Rapsöls ist Alpha-Linolensäure (ALA). Sie sollte nicht mit den langkettigen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA gleichgesetzt werden: Rapsöl liefert ALA, aber keine relevanten Mengen EPA und DHA.
Gerade beim Hund ist diese Unterscheidung wichtig, weil die Umwandlung von ALA in langkettige Omega-3-Fettsäuren begrenzt ist. Rapsöl ist daher eine pflanzliche ALA-Quelle, aber kein direkter Ersatz für eine gezielte EPA-/DHA-Quelle.
Mehr über ALA, Linolsäure und die Einordnung des Verhältnisses der verschiedenen Fettsäuren erklären wir in unserem Fachartikel zum Omega-6:Omega-3-Verhältnis.
Rapsöl oder Leinöl – welches Futteröl passt besser?
Das hängt vom Fütterungsziel ab. Leinöl enthält wesentlich mehr Alpha-Linolensäure und ist deshalb die konzentriertere pflanzliche ALA-Quelle. Rapsöl enthält weniger ALA, dafür typischerweise deutlich mehr einfach ungesättigte Ölsäure. Beide Öle liefern konzentrierte Energie aus Fett.
Soll gezielt möglichst viel pflanzliche ALA ergänzt werden, ist Leinöl die naheliegendere Wahl. Rapsöl bietet dagegen ein breiteres Fettsäuremuster aus Ölsäure, Linolsäure und ALA.
Rapsöl für Hunde – was ist zu beachten?
Auch bei Hunden kann Rapsöl als Fettquelle Bestandteil einer passend zusammengestellten Ration sein. Es liefert Energie sowie Linolsäure und Alpha-Linolensäure.
Insbesondere bei selbst zusammengestellten oder BARF-Rationen sollte berücksichtigt werden, welche Fett- und Fettsäurequellen bereits über Fleisch, Fisch und andere Bestandteile aufgenommen werden. Rapsöl liefert ALA, aber keine relevanten Mengen EPA und DHA.
Bei Katzen würde ich Rapsöl aufgrund ihrer besonderen ernährungsphysiologischen Anforderungen nicht als eigenständige Ergänzung in den Mittelpunkt stellen.
Wie viel Rapsöl sollte man füttern?
Eine allgemeingültige Dosierung ist nicht sinnvoll. Die passende Menge hängt von Tierart, Körpergewicht, Energiebedarf, Körperkondition und der Zusammensetzung der gesamten Futterration ab.
Gerade beim Pferd sollte berücksichtigt werden, wie viel Energie und Fett bereits über die übrige Ration aufgenommen wird. Neue oder größere Ölmengen sollten schrittweise in die Fütterung integriert werden. Bei größeren Mengen oder individuell berechneten Rationen empfiehlt sich eine fachliche Beurteilung der Gesamtfütterung.
Wie wird unser Rapsöl für Tiere hergestellt?
Die Rapssaat für unser Futteröl stammt nahezu vollständig von langjährigen Partnerlandwirten aus der Umgebung unserer Ölmühle in Garting. Wir pressen sie mechanisch und halten die Temperatur des austretenden Öls dabei zuverlässig unter 40 °C.
Anschließend darf das Öl ruhen, sodass sich natürliche Trubstoffe am Boden absetzen können. Das darüberliegende Öl wird danach ohne Filtration abgefüllt.