Kaltgepresstes Rapsöl aus unserer Region
Bei einem regionalen Rapsöl ist für uns nicht nur entscheidend, wo es gepresst wird, sondern wo die Rapssaat tatsächlich wächst. Rund 30 % der Rapssaat für unsere Speiseöle bauen wir selbst an. Die übrige Saat beziehen wir von Landwirten aus unserer Region – aus einem Umkreis von maximal etwa 70 km rund um unsere Ölmühle in Garting.
Mit vielen dieser Betriebe arbeiten wir seit Jahren vertrauensvoll zusammen. Dadurch kennen wir nicht nur die Herkunft der Saat, sondern stehen auch im direkten Austausch mit den Menschen, die den Raps anbauen. Ein Teil wächst sogar auf unseren eigenen Feldern rund um Garting und wird nach der Ernte direkt bei uns weiterverarbeitet.
Hier erfährst du mehr über den regionalen Rapsanbau und unsere Rapsfelder.
Regional bedeutet bei unserem Rapsöl deshalb nicht nur „in Bayern gepresst“: Auch die Rapssaat selbst stammt aus unserer Umgebung. Wer Wert auf kontrolliert biologischen Anbau legt, findet mit unserem nativen Bio-Rapsöl die Bio-Variante aus regionaler Rapssaat.
Geschmack und Verwendung von nativem Rapsöl
Wie schmeckt kaltgepresstes Rapsöl?
Während raffiniertes Rapsöl weitgehend geschmacksneutral ist, behält natives Rapsöl sein eigenes, saatentypisches Aroma. Unser kaltgepresstes Rapsöl schmeckt mild-nussig und fein saatig, ohne andere Zutaten zu überdecken.
Gerade diese Balance macht es vielseitig: Es passt zu Salaten, Dressings, Dips und Marinaden, aber auch zu Gemüse, Kartoffeln, Pesto und anderen herzhaften Gerichten. Beim Backen kann es eine geschmacksneutrale bis mild-aromatische Alternative zu anderen Pflanzenölen oder festen Fetten sein.
Kann man kaltgepresstes Rapsöl erhitzen?
Ja – kaltgepresstes Rapsöl muss nicht ausschließlich kalt verwendet werden. Unser natives Rapsöl eignet sich neben der kalten Küche auch zum Backen, Dünsten, Garen und sanften Braten. Als praktische Anwendungsempfehlung raten wir dazu, beim Erhitzen moderate Temperaturen bis etwa 170 °C einzuhalten.
Diese 170 °C sind dabei kein analytisch bestimmter Rauchpunkt unseres Öls und keine harte Grenze, ab der ein Öl plötzlich schädlich wird. Wie sich ein Speiseöl unter Hitze verändert, hängt unter anderem von Temperatur, Erhitzungsdauer, Fettsäurezusammensetzung und seinen natürlichen Begleitstoffen ab. Für sehr scharfes Anbraten oder längeres Frittieren sind speziell dafür vorgesehene hitzestabile beziehungsweise raffinierte Öle die bessere Wahl.
Wer genauer wissen möchte, warum Rauchpunkt und Hitzestabilität nicht dasselbe sind und was beim Erhitzen verschiedener Speiseöle passiert, findet die Hintergründe in unserem Fachartikel über Öle und Fette beim Erhitzen und Grillen.
Fettsäuren im Rapsöl: Omega-3, Omega-6 und Ölsäure
Das Fettsäuremuster ist eine der Besonderheiten von Rapsöl. Es enthält vergleichsweise wenig gesättigte Fettsäuren und überwiegend ungesättigte Fettsäuren. Den größten Anteil bildet üblicherweise die einfach ungesättigte Ölsäure.
Hinzu kommen zwei essenzielle mehrfach ungesättigte Fettsäuren: Linolsäure (Omega-6) und Alpha-Linolensäure (ALA, Omega-3). Beide kann der menschliche Körper nicht selbst bilden und muss sie über die Nahrung aufnehmen.
Welches Omega-3 enthält Rapsöl?
Wenn bei Rapsöl von Omega-3 gesprochen wird, ist damit vor allem Alpha-Linolensäure (ALA) gemeint. ALA ist eine pflanzliche Omega-3-Fettsäure und unterscheidet sich von den langkettigen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA, die vor allem aus Fisch und Algen bekannt sind.
Der Körper kann ALA in begrenztem Umfang in EPA und anschließend DHA umwandeln. Rapsöl ist deshalb nicht mit einer direkten EPA- oder DHA-Quelle gleichzusetzen – liefert aber mit ALA eine essenzielle pflanzliche Omega-3-Fettsäure.
Wie ist das Omega-6:Omega-3-Verhältnis von Rapsöl?
Typisches Rapsöl enthält mehr Linolsäure als Alpha-Linolensäure, weist unter den gebräuchlichen Speiseölen aber ein vergleichsweise ausgewogenes Verhältnis auf. Als Orientierung liegt das Omega-6:Omega-3-Verhältnis häufig bei ungefähr 2:1.
Da Rapssaat ein Naturprodukt ist, sind Fettsäurewerte keine unveränderlichen Konstanten. Sorte, Standort, Witterung und Erntejahr können die genaue Zusammensetzung beeinflussen. Auch unsere bisherigen Analysen verstehen wir deshalb als produkttypische Werte und nicht als auf jede Charge übertragbare exakte Zahlen.
Wer die Unterschiede zwischen Linolsäure, Alpha-Linolensäure, EPA und DHA sowie die Bedeutung ihrer Verteilung genauer verstehen möchte, findet dazu unseren ausführlichen Fachartikel über das Omega-6:Omega-3-Verhältnis.
Vom regionalen Raps zum nativen Rapsöl
Bei der Herstellung möchten wir möglichst wenige Verarbeitungsschritte zwischen Saat und fertigem Öl. Nach der Vorbereitung der Rapssaat wird sie in unserer Ölmühle mechanisch gepresst. Dabei überwachen wir den Prozess so, dass die Temperatur des austretenden Öls zuverlässig unter 40 °C bleibt.
Nach der Pressung bekommt das frische Öl Zeit. Es ruht, sodass sich natürliche Trubstoffe nach und nach am Boden absetzen können. Auf eine Filtration verzichten wir anschließend.
Der Herstellungsweg bleibt bewusst kurz: Die Rapssaat wird mechanisch kaltgepresst, das frische Öl darf anschließend auf natürliche Weise sedimentieren und wird schließlich ohne Filtration abgefüllt.
Was bedeutet 00-Raps – und wie viel Erucasäure enthält heutiges Rapsöl?
Für unser Speiseöl verwenden wir 00-Raps. Dabei handelt es sich nicht um eine besondere Premiumsorte, sondern um den heutigen Standard bei Speiseraps: 00-Rapssorten wurden auf einen niedrigen Gehalt an Erucasäure und Glucosinolaten gezüchtet.
Das ist vor allem historisch interessant. Ältere Rapssorten konnten sehr hohe Erucasäuregehalte besitzen. Durch gezielte Züchtung wurde dieser Anteil drastisch reduziert. Heutige 00-Rapssorten enthalten in der Regel weniger als 0,5 % Erucasäure bezogen auf die Gesamtfettsäuren, einige Sorten sogar weniger als 0,1 %.
Die gelegentlich noch anzutreffende Vorstellung, Rapsöl enthalte grundsätzlich große Mengen Erucasäure, bezieht sich daher auf ältere Rapssorten und lässt sich nicht auf heutiges Speiserapsöl aus 00-Raps übertragen.
Kaltgepresstes oder raffiniertes Rapsöl – was ist der Unterschied?
Bei der Kaltpressung wird das Öl mechanisch aus der Rapssaat gewonnen und nur wenig weiterverarbeitet. So bleiben charakteristischer Geschmack und natürliche Fettbegleitstoffe stärker erhalten.
Raffiniertes Rapsöl durchläuft dagegen mehrere weitere Verarbeitungsschritte. Dabei werden Geruchs-, Geschmacks- und Begleitstoffe entfernt – darunter auch natürliche Fettbegleitstoffe. Das Öl wird dadurch weitgehend geschmacksneutral und stärker erhitzbar.
Wir setzen bewusst auf die möglichst ursprüngliche Form des Rapsöls: mit eigenem Aroma, natürlichen Fettbegleitstoffen und möglichst wenigen Verarbeitungsschritten.