Bio-Rapsöl beginnt bei der Rapssaat
Für unser Bio-Rapsöl verwenden wir kontrolliert biologisch angebaute Rapssaat aus eigener und regionaler Erzeugung. Ein Teil wächst auf unseren eigenen Flächen rund um Garting, den übrigen Bio-Raps beziehen wir nahezu vollständig von landwirtschaftlichen Betrieben aus unserer Umgebung.
Entscheidend ist für uns dabei nicht nur die Entfernung zur Ölmühle. Mit vielen unserer Bio-Landwirte arbeiten wir bereits seit Jahren zusammen. Dieser direkte Austausch ist gerade bei einer anspruchsvollen Kultur wie Raps wertvoll: Saatqualität, Ernte und Verarbeitung lassen sich so eng miteinander abstimmen
Bio-Raps aus eigener und regionaler Landwirtschaft
Anders als bei Bio-Rapsöl, dessen Rohstoff lediglich mit einer allgemeinen Herkunft wie „EU-Landwirtschaft“ angegeben wird, können wir die Herkunft unserer Rapssaat wesentlich konkreter fassen: eigene Flächen rund um Garting und feste Bio-Partner aus unserer Region.
Damit verbinden wir zwei Aspekte, die nicht dasselbe bedeuten: Bio beschreibt die Art der Erzeugung, regional beschreibt die Herkunft. Bei unserem Bio-Rapsöl kommt beides zusammen.
Warum ist Bio-Raps im Anbau anspruchsvoll?
aps gehört im ökologischen Landbau zu den anspruchsvolleren Ackerkulturen. Eine Herausforderung ist die Nährstoffversorgung, denn Raps besitzt einen vergleichsweise hohen Nährstoffbedarf. Gleichzeitig müssen Unkrautregulierung und Pflanzengesundheit ohne chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel organisiert werden.
Hinzu kommt der Schädlingsdruck. Insbesondere der Rapsglanzkäfer kann erhebliche Ertragseinbußen verursachen. Fruchtfolge, Standortwahl, Bodenfruchtbarkeit und Erfahrung des Landwirts bekommen dadurch im ökologischen Rapsanbau besondere Bedeutung. Auch deshalb wird Raps im ökologischen Landbau bislang vergleichsweise selten angebaut.
Gerade bei einer solchen Kultur sind für uns langfristige Partnerschaften mit erfahrenen Bio-Landwirten mehr als nur eine Frage kurzer Transportwege.
Was bedeutet Bio bei unserem Rapsöl?
Bio bezieht sich bei Rapsöl nicht auf eine einzelne Eigenschaft des fertigen Öls, sondern auf verbindliche Regeln entlang der ökologischen Erzeugung und Verarbeitung. Dazu gehören unter anderem Vorgaben zu Düngung, Pflanzenschutz und zulässigen Betriebsmitteln.
Bei unserem Bio-Rapsöl kommt zur ökologischen Erzeugung der Rapssaat unsere eigene Art der Ölherstellung hinzu: Wir möchten aus einem hochwertigen Bio-Rohstoff ein Öl mit möglichst wenigen Verarbeitungsschritten herstellen.
Was unterscheidet Bio-Raps von konventionell angebautem Raps?
Der wesentliche Unterschied liegt zunächst in der Bewirtschaftungsweise – nicht darin, dass Bio-Raps botanisch eine andere Pflanze wäre.
Im ökologischen Landbau sind chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und leicht lösliche mineralische Stickstoffdünger nicht zugelassen. Dadurch gewinnen unter anderem Fruchtfolge, Bodenfruchtbarkeit, mechanische Unkrautregulierung und organische Nährstoffversorgung an Bedeutung.
„Bio“ bedeutet dabei nicht automatisch, dass ein Rapsöl geschmacklich besser oder ernährungsphysiologisch grundsätzlich wertvoller sein muss. Es beschreibt zunächst, wie der landwirtschaftliche Rohstoff erzeugt und innerhalb der Bio-Kette verarbeitet wurde.
Wer unser natives Rapsöl aus regionaler Rapssaat ohne Bio-Zertifizierung sucht, findet hier unser kaltgepresstes natives Rapsöl.
Bio und kaltgepresst – wo liegt der Unterschied?
Bio und kaltgepresst beschreiben zwei unterschiedliche Eigenschaften eines Speiseöls. „Bio“ bezieht sich auf die ökologische Erzeugung und zertifizierte Verarbeitung. „Kaltgepresst“ beschreibt dagegen die Art, wie das Öl aus der Saat gewonnen wird.
Ein Bio-Rapsöl ist deshalb nicht automatisch kaltgepresst oder nativ. Bei unserem Bio-Rapsöl treffen beide Aspekte zusammen: kontrolliert biologisch erzeugte Rapssaat und schonende mechanische Kaltpressung.
Damit achten wir sowohl darauf, wie der Raps angebaut wird, als auch darauf, wie anschließend das Öl daraus entsteht.
Geschmack und Verwendung von Bio-Rapsöl
Wie schmeckt natives Bio-Rapsöl?
Durch die native Verarbeitung behält Rapsöl sein eigenes saatentypisches Aroma. Unser Bio-Rapsöl schmeckt mild-nussig und fein saatig und bleibt dabei angenehm zurückhaltend.
Das macht es besonders vielseitig: Sein Aroma ist deutlich wahrnehmbarer als bei raffiniertem Rapsöl, ohne den Eigengeschmack anderer Zutaten stark zu überdecken. Es passt deshalb beispielsweise zu Salaten, Dressings, Dips, Marinaden, Pesto und Gemüsegerichten.
Kann man kaltgepresstes Bio-Rapsöl erhitzen?
Ja. „Kaltgepresst“ beschreibt zunächst die Herstellung und bedeutet nicht automatisch „nur für die kalte Küche geeignet“. Unser Bio-Rapsöl kann auch zum Backen, Dünsten und sanften Braten verwendet werden.
Als praktische Anwendungsempfehlung raten wir beim Erhitzen zu moderaten Temperaturen bis etwa 170 °C. Dabei handelt es sich bewusst nicht um einen analytisch bestimmten Rauchpunkt unseres Öls. Auch ist der Rauchpunkt nicht mit einer Temperatur gleichzusetzen, ab der ein Öl schlagartig gesundheitsschädlich wird. Entscheidend sind unter anderem Temperatur, Erhitzungsdauer, Fettsäurezusammensetzung und natürliche Fettbegleitstoffe.
Wer das genauer verstehen möchte, findet die Hintergründe in unserem Fachartikel über Öle und Fette beim Erhitzen und Grillen.
Wie wird unser Bio-Rapsöl hergestellt?
Nach der Ernte wird die Bio-Rapssaat für die Pressung vorbereitet und anschließend in unserer Ölmühle in Garting mechanisch kaltgepresst. Die Temperatur des austretenden Öls überwachen wir dabei kontinuierlich und halten sie zuverlässig unter 40 °C.
Nach der Pressung wird das frische Öl nicht unmittelbar filtriert. Stattdessen geben wir ihm Zeit: Während der natürlichen Sedimentation sinken Schweb- und Trubstoffe nach und nach ab. Anschließend kann das darüberliegende Öl ohne Filtration abgefüllt werden.
Damit verzichten wir bewusst auf einen zusätzlichen Verarbeitungsschritt. Zwischen Rapssaat und fertigem Bio-Rapsöl stehen bei uns im Wesentlichen mechanische Pressung, Zeit zur Sedimentation und Abfüllung.
Bio-Rapsöl und Fettsäuren: Macht Bio einen Unterschied?
Bio-Rapsöl besitzt grundsätzlich das für Rapsöl charakteristische Fettsäuremuster. Typisch sind ein hoher Anteil ungesättigter Fettsäuren, insbesondere Ölsäure, sowie die essenziellen mehrfach ungesättigten Fettsäuren Linolsäure (Omega-6) und Alpha-Linolensäure (ALA, Omega-3).
Die interessante Frage ist deshalb nicht, ob Bio-Rapsöl grundsätzlich andere Fettsäuren enthält, sondern wovon deren tatsächliche Anteile beeinflusst werden. Rapssaat ist ein Naturprodukt. Sorte, Standort, Witterung und Erntejahr können dazu führen, dass die einzelnen Werte schwanken.
Eine Bio-Zertifizierung bedeutet daher nicht automatisch einen höheren Omega-3-Gehalt. Bio beschreibt die Erzeugungsweise des Rohstoffs; das charakteristische Fettsäureprofil ist zunächst eine Eigenschaft des Rapsöls selbst.
Diese Unterscheidung ist uns wichtig: Unser Bio-Rapsöl verbindet kontrolliert biologischen Anbau mit dem für Rapsöl charakteristischen Fettsäuremuster – das eine ist aber nicht die Ursache des anderen.
Wer tiefer einsteigen möchte, findet die Unterschiede zwischen Alpha-Linolensäure, Linolsäure und anderen Omega-Fettsäuren sowie die Einordnung ihres Verhältnisses in unserem Fachartikel über das Omega-6:Omega-3-Verhältnis.