Was bedeutet High Oleic bei Sonnenblumenöl?
High Oleic bezeichnet Sonnenblumensorten, deren Öl einen besonders hohen Anteil an Ölsäure enthält. Das besondere Fettsäureprofil entsteht also bereits in der Sonnenblumensaat und nicht erst bei der späteren Verarbeitung des Öls.
High Oleic ist deshalb auch nicht mit Raffination gleichzusetzen: Der Begriff beschreibt in erster Linie das Fettsäureprofil der verwendeten Sonnenblumensorte. Ein High Oleic Sonnenblumenöl kann – wie unseres – nativ und kaltgepresst sein.
Was unterscheidet High Oleic von klassischem Sonnenblumenöl?
Der entscheidende Unterschied liegt im Fettsäureprofil. Laut Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) enthält klassisches Sonnenblumenöl typischerweise etwa 14 bis 39 % Ölsäure und 48 bis 74 % Linolsäure. Bei High-Oleic-Sorten verschiebt sich dieses Verhältnis deutlich: auf etwa 75 bis 91 % Ölsäure und nur 2 bis 17 % Linolsäure.
Diese Verschiebung ist nicht nur analytisch interessant: Der hohe Anteil an einfach ungesättigter Ölsäure bei gleichzeitig deutlich weniger mehrfach ungesättigter Linolsäure erhöht die oxidative und thermische Stabilität gegenüber klassischem Sonnenblumenöl.
Welche Fettsäuren enthält unser High Oleic Sonnenblumenöl?
Unsere aktuelle Analyse zeigt ein besonders ausgeprägtes High-Oleic-Fettsäureprofil: Rund 90 % der Fettsäuren entfallen auf Ölsäure, während der Anteil an Linolsäure bei nur rund 4 % liegt. Damit liegt unser Sonnenblumenöl deutlich in dem für High Oleic charakteristischen Bereich.
Ölsäure gehört zu den einfach ungesättigten Fettsäuren, Linolsäure zu den mehrfach ungesättigten Omega-6-Fettsäuren. Linolsäure ist eine essenzielle Fettsäure und deshalb keineswegs grundsätzlich „schlecht“. Für die ernährungsphysiologische Bewertung kommt es vielmehr auf die gesamte Ernährung an. Mehr über die unterschiedlichen Funktionen und das Zusammenspiel der Fettsäuren erklären wir in unserem Fachartikel zum Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3.
Warum ist High Oleic Sonnenblumenöl hitzestabiler?
Beim Erhitzen spielt die Fettsäurezusammensetzung eine wichtige Rolle. Ölsäure besitzt eine Doppelbindung, Linolsäure zwei. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind dadurch grundsätzlich oxidationsanfälliger als einfach ungesättigte Fettsäuren.
Das High-Oleic-Profil mit viel Ölsäure und wenig Linolsäure erhöht deshalb die oxidative und thermische Stabilität des Öls. Untersuchungen an High-Oleic-Sonnenblumenölen zeigen entsprechend eine höhere Stabilität gegenüber klassischem, linolsäurereichem Sonnenblumenöl.
Die höhere Hitzestabilität beginnt damit bereits bei der Auswahl der High-Oleic-Saat – und entsteht nicht erst durch eine Raffination.
Kann man kaltgepresstes High Oleic Sonnenblumenöl erhitzen?
Ja. Entscheidend ist nicht allein, ob ein Öl kaltgepresst oder raffiniert wurde. Auch das Fettsäureprofil und die Bedingungen beim Erhitzen spielen eine wichtige Rolle. Das BZfE beschreibt High-Oleic-Öle aufgrund ihrer Fettsäurezusammensetzung als sehr hitzestabil.
Unser High Oleic Sonnenblumenöl wird bei einer Öltemperatur von zuverlässig unter 40 °C kaltgepresst, nicht raffiniert und bleibt nativ. Aufgrund seines besonderen Fettsäureprofils eignet es sich trotzdem auch für die warme Küche.
Bis zu welcher Temperatur kann unser High Oleic Sonnenblumenöl erhitzt werden?
Wir empfehlen eine maximale Anwendungstemperatur von 190 °C. Diese Angabe ist als obere Anwendungsempfehlung zu verstehen – nicht als Temperatur, die beim Kochen oder Braten erreicht werden muss.
Welche Temperaturen beim Braten und Grillen tatsächlich sinnvoll sind und was beim Erhitzen von Speiseölen passiert, erklären wir ausführlicher in unserem Fachartikel über gesundes Grillen und das richtige Erhitzen von Ölen.
Wofür kann man High Oleic Sonnenblumenöl verwenden?
Durch seinen milden Geschmack und das besondere Fettsäureprofil eignet sich unser Sonnenblumenöl sowohl für die kalte als auch für die warme Küche.
Für Salate, Dressings und Marinaden
Kalt verwendet bringt das Öl eine milde, leicht nussige Sonnenblumen- und Kernnote mit. Dadurch passt es zu Salaten, Dressings, Dips und Marinaden, ohne andere Zutaten geschmacklich stark zu überdecken.
Zum Kochen, Dünsten und Backen
Auch für warme Gerichte lässt sich das Öl vielseitig einsetzen. Sein milder Eigengeschmack macht es beispielsweise zum Kochen und Dünsten von Gemüse sowie zum Backen interessant.
High Oleic Sonnenblumenöl zum Braten
Aufgrund seines High-Oleic-Fettsäureprofils kann unser natives Sonnenblumenöl auch zum Braten verwendet werden. Dabei gilt unsere maximale Anwendungsempfehlung von 190 °C.
Wie schmeckt High Oleic Sonnenblumenöl?
Unser kaltgepresstes High Oleic Sonnenblumenöl schmeckt mild und leicht nussig mit einer feinen Sonnenblumen- und Kernnote. Dadurch lässt es den Eigengeschmack anderer Zutaten gut zur Geltung kommen und eignet sich für unterschiedlichste kalte und warme Gerichte.
Wie stellen wir unser High Oleic Sonnenblumenöl her?
High-Oleic-Sonnenblumensaat aus Süddeutschland
Für unser Öl verwenden wir ausgewählte High-Oleic-Sonnenblumensaat aus Süddeutschland. Sie stammt aus Bayern und teilweise aus Baden-Württemberg. Die konkrete Sorte kann je nach Ernte und Verfügbarkeit variieren; entscheidend ist für uns die High-Oleic-Charakteristik der Saat.
Wer High Oleic Sonnenblumenöl in Bio-Qualität sucht, findet bei uns auch unser Bio High Oleic Sonnenblumenöl. Dafür verwenden wir Bio-Sonnenblumensaat aus Bayern.
Schonende Kaltpressung bei unter 40 °C
Die Saat pressen wir in unserer Ölmühle in Garting bei einer Öltemperatur von zuverlässig unter 40 °C. Das Öl wird nicht raffiniert und bleibt nativ.
Sedimentation statt Filtration
Nach der Pressung geben wir dem Öl Zeit, damit sich die feinen natürlichen Trubstoffe durch Sedimentation am Boden absetzen. Anschließend wird das darüberstehende Öl abgefüllt – auf eine Filtration verzichten wir.
Wie sollte High Oleic Sonnenblumenöl gelagert werden?
Ungeöffnet ist unser High Oleic Sonnenblumenöl mindestens 12 Monate haltbar. Nach dem Öffnen empfehlen wir eine kühle und dunkle Lagerung und für die beste Qualität einen Verbrauch innerhalb von etwa drei Monaten.
Unser kaltgepresstes High-Oleic-Sonnenblumenöl kann Spuren von Nüssen, Soja, Senf und Sesam enthalten.