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Glutenfreie Produkte der Ölmühle Garting – eine ehrliche Einordnung
Die Nachfrage nach glutenfreien Produkten ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Neben medizinischen Gründen wie Zöliakie oder Glutenunverträglichkeit spielt auch ein wachsendes Bewusstsein für Ernährung und Verträglichkeit eine Rolle. Gleichzeitig ist es wichtig, realistisch einzuordnen, was „glutenfrei“ bei naturbelassenen Saaten und Lebensmitteln tatsächlich bedeutet.
Warum glutenfreie Lebensmittel nicht immer absolut glutenfrei sind
Gluten entsteht bereits beim Anbau
Eine hundertprozentige Garantie für vollständige Glutenfreiheit ist nur bei wenigen Produkten möglich. Der Grund dafür liegt bereits im Anbau. Gerade im Bioanbau wachsen auf Feldern häufig vereinzelt Getreidepflanzen aus Vorjahren oder angrenzenden Flächen. Diese lassen sich landwirtschaftlich nicht vollständig vermeiden und können dazu führen, dass sich einzelne glutenhaltige Körner unter eigentlich glutenfreie Saaten mischen.
Reinigung und Sortierung haben natürliche Grenzen
Nach der Ernte wird das Erntegut sorgfältig aufbereitet. Verfahren wie Siebung, Gewichtsauslese und Farbsortierung entfernen den allergrößten Teil möglicher Fremdkörner. Dennoch ist eine vollständige Trennung auf Kornniveau praktisch nicht erreichbar. In seltenen Fällen können einzelne Körner durchrutschen und so minimale Spuren von Gluten verursachen.
Was „glutenfrei“ rechtlich bedeutet – Grenzwerte einfach erklärt
Laboranalyse von Leinsamen
Wir haben Leinsamen untersuchen lassen. Aufgrund der natürlichen Anbaubedingungen ist es nicht auszuschließen, dass sich vereinzelt ein Weizenkorn einschleicht. Die Analyse bestätigte einen Wert von 13 mg/kg Gluten. Dieser liegt unter dem gesetzlich festgelegten Grenzwert von 20 mg/kg und darf daher rechtlich als glutenfrei bezeichnet werden.
Gleichzeitig zeigt dieses Ergebnis, dass absolute Glutenfreiheit bei naturbelassenen Saaten kaum seriös versprochen werden kann – selbst bei größter Sorgfalt.
Welche Saaten besonders gut als glutenfrei gelten
Glutenfreie Saaten mit guter Trennbarkeit
Es gibt Rohstoffe, bei denen das Risiko einer Vermischung deutlich geringer ist. Saaten mit klar unterscheidbarer Größe, anderem spezifischem Gewicht oder deutlichem Farbunterschied lassen sich besonders zuverlässig trennen. Dazu zählen unter anderem Schwarzkümmel, Sesam oder Hülsenfrüchte.
Von Natur aus glutenfreie Samen und Kerne
Am sichersten sind Produkte, die bereits im Anbau keinen Kontakt zu Getreide haben können. Dazu gehören unter anderem Kürbiskerne, Traubenkerne, Nüsse und ähnliche Samen. Diese sind von Natur aus glutenfrei und kommen in der Regel nicht mit glutenhaltigen Kulturen in Berührung.
Glutenfreie Ernährung bei Zöliakie – worauf besonders zu achten ist
Trotz großer Fortschritte in der Lebensmittelherstellung lässt sich nicht vollständig ausschließen, dass in einzelnen Produkten winzige Mengen Gluten enthalten sind. Menschen, die auf eine strikt glutenfreie Ernährung angewiesen sind, sollten sich dessen bewusst sein und die gesetzlichen Grenzwerte kennen. Transparenz und eine realistische Einordnung sind hier wichtiger als absolute Versprechen.
Unser Anspruch an glutenfreie Produkte
Unser Anspruch ist es, Saaten und Rohstoffe so sorgfältig wie möglich anzubauen, zu reinigen und offen zu kommunizieren, was unter natürlichen Bedingungen machbar ist. So entstehen Produkte, die ehrlich, nachvollziehbar und verträglich sind – und Entscheidungen, die auf Wissen statt auf Werbeaussagen beruhen.